theater glassbooth
 

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Sechs Gramm Caratillo

Sterben für die Bühne

Eine namenlose Frau injiziert sich in einem Selbstversuch eine tödliche Dosis Gift und dokumentiert ihr Sterben gleichzeitig auf einer Kamera.

Klaus Kinski hat das ebenso morbide wie faszinierende Stück " Sechs Gramm Caratillo" bereits 1960 als Hörspiel eingesprochen, jetzt bringt das Theater glassbooth den Suizid-Monolog in ausgewählten Locations auf die Bühne.

In der Inszenierung von Jens Dornheim werden dem ursprünglich akustischen Erlebnis erstmals gleich zwei weitere Dimensionen hinzugefügt: Die Dortmunderin Nora Bauckhorn (zuletzt im prämierten Stück "Container Love" zu sehen) spielt die Protagonistin mit tödlicher Absicht, die Videoeinspieler von Sascha Bisley (der jüngst mit seiner Autobiographie "Zurück aus der Hölle" Aufsehen erregte) befördern das vor 55 Jahren entstandene Stück von Horst Bienek ins 21. Jahrhundert.
Wem sich also bei der Hörspielvariante von Klaus Kinski schon die Nackenhaare aufgestellt haben, der sollte sich diesen atmosphärischen Abend auf keinen Fall entgehen lassen. Wer Kinski noch nie etwas abgewinnen konnte, sollte trotzdem kommen: Bauckhorn, Bisley und Dornheim sind das Trio Infernale des Ruhrgebiets.

2015 wurde das Theater glassbooth von der Jury des Petra Meurer Preises für das selbstkonzipierte Stück "Container Love" mit dem Sonderpreis ausgezeichnet. "Sechs Gramm Caratillo" ist die zehnte Produktion der Gruppe. Nach einem selbst übersetzten Theaterstück ("Der Mann im Glaskasten"), einer Romanadaption ("Kosmetik des Bösen"), sowie Stücken nach Fernseh- und Filmvorlagen ("Kubus" / "Satansbraten") bringt glassbooth nun erstmals ein Hörspiel auf die Bühne. Der abgründige Stoff scheint wie für die Ausnahme-Theatergruppe gemacht.

Regie: Jens Dornheim
Schauspiel: Nora Bauckhorn
Visuals: Sascha Bisley & Thaisen Stärke


Teaser:
von Thaisen Stärke

 

Fotos

 

Schauspieler

 

Regie