theater glassbooth
 

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Hautnah

zwei frauen. zwei männer. es fügt sich beinah von selbst, dass in dieser unterteilung die komplikationen vorprogrammiert sind: die strippende alice liebt den nachrufschreiber dan. der erwidert ihre liebe zunächst. doch dann tritt die fotografin anna in sein leben. dan will eine affäre. anna lehnt ab. durch einen "dumme-jungen-streich" lernt sie den dermatologen larry kennen. die beiden heiraten. aber ihr glück ist nur von kurzer dauer, denn dan kann anna nicht vergessen. schließlich wechseln beide beziehungen, doch auch das ist nicht der weisheit letzter schluss...

patrick marbers erfolgsstück CLOSER von 1997 wurde ein jahr später in deutschland uraufgeführt. danach wurde es etwas ruhiger um das vier-personen-stück - bis es 2004 unter der regie von mike nichols (the graduate/die reifeprüfung) mit starbesetzung verfilmt wurde: julia roberts (anna), jude law (dan), natalie portman (alice) und clive owen (larry) gaben sich die ehre. das drehbuch steuerte marber höchstpersönlich bei. clive owen spielte bereits in der englischen uraufführung mit (dort allerdings in der rolle des dan).

die unabhängige theatergruppe glassbooth, die im winter 2004 mit der erfolgreichen deutschen uraufführung von robert shaws DER MANN IM GLASKASTEN (THE MAN IN THE GLASS BOOTH) debütierte, macht sich nun daran, marbers CLOSER wieder bühnenpräsenz zu verleihen.



wütende, traurige würstchen

von gordon stephan

der blick in den alten kalender bestätigt es: am 17. januar 1999 habe ich HAUTNAH im grillo theater in essen gesehen. dass glassbooth sich dem stück sechs jahre später annehmen würde, spricht dafür, dass marbers erfolgsstück nicht nur ein stück der 1990er ist, sondern universale qualität aufweist. entsprechend inszenieren wir es als ein stück, das sich auch noch 2005 und darüber hinaus mit derselben gewalt- und gehaltvollen sprache spielen lässt. motiviert hat sich neben zahlreichen anderen theaterensembles also auch glassbooth gefühlt. in erster linie führen wir aber mit HAUTNAH unsere pinteresque (nobelpreis 05 für harold: halodri!) stücke-auswahl fort. in anbetracht der zeitgleich stattfindenden studiumsabschlussprüfungen von jens und mir musste es ein rundes produkt sein, das mit wenigen darstellerInnen die zuschauerInnen überzeugen kann. der konzentrierte blick marbers auf die vier charaktere faszinierte uns schließlich am meisten, und wir haben mit unserer hautnah-inszenierung (hoffentlich) eine rasant-verschachtelte version geschaffen, so wie es das stück nahelegt. alice, dan, anna und larry bleiben das, was sie von vorneherein sind: "wütende, traurige würstchen" (FAZ 18.11.1998), denen wir aber viel sympathie entgegenbringen. bleibt zu überlegen, in welchen momenten wir alle uns ihnen (haut)nah fühlen.
 

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